Step 2: Die Dritte
Die IHK-Messe für Unternehmen und ihren Nachwuchs

Die Großveranstaltung präsentiert sich wieder als Plattform für Unternehmen und Forum für künftige Fachkräfte am Niederrhein. Es geht in die nächste Runde: Die Vorbereitungen für die dritte große IHK-Ausbildungsmesse Step 2 laufen bereits auf Hochtouren. Wenn am 7. Oktober die Pforten im Landschaftspark Duisburg-Nord geöffnet werden, stehen zahlreiche Unternehmen vom gesamten Niederrhein sowie Institutionen bereit, um sich als leistungsstarke Ausbilder zu präsentieren. Rund 8 000 Jugendliche werden zu diesem Ereignis erwartet.
Die Titelseite des neuen IHK-Geschäftsberichts „Profile 2009/2010“ zeigt junge Menschen auf der Step 2 im letzten Jahr. Offensichtlich waren sie mit Begeisterung dabei, als sie sich an dem Messestand eines Industrieunternehmens informierten. Und dies war keine Ausnahme. Denn die Betriebe hatten an ihren Messeständen nicht nur umfassende Informationen parat, sondern es wurden auch Beispiele aus der Unternehmensarbeit gezeigt. Dabei wurden die Schülerinnen und Schüler auch an vielen Stellen in die praktische Arbeit eingebunden. Andere Aussteller überließen es ihren eigenen Auszubildenden, den Besuchern selbst zu erläutern und zu zeigen, worauf es beim Schritt ins berufliche Leben ankommt – aber auch, worauf die Unternehmen Wert legen. In diesem Jahr wird wieder ein umfangreiches Programm angeboten, um die Jugendlichen für die Welt der Wirtschaft zu interessieren. Aber: Es gibt inzwischen – anders als in den Vorjahren – etwas andere Vorzeichen. Zur Erinnerung: Lange Zeit strömten sehr viele Jugendliche auf den Lehrstellenmarkt, und es gab insbesondere in der Politik die Sorge der Unterversorgung – mit denkbaren sozialen Folgen.
Die Antwort war der Nationale Pakt für Ausbildung, bei dem die Wirtschaft ihrer gesellschaftlichen Verantwortung in besonderer Weise nachkam. Sie sicherte zu, dass allen ausbildungswilligen und –fähigen Jugendlichen eine Lehrstelle angeboten würde. Und der Pakt funktionierte von Beginn an. IHK-Präsident Burkard Landers stellte hierzu auf der Jahres-Pressekonferenz der IHK am 14. April in Duisburg (ausführlicher Bericht in dieser Ausgabe unter der Rubrik „Wirtschaft und Region“) fest, dass die Entwicklung bei den Lehrstellen in den letzten Jahren sehr erfreulich gewesen sei. „Der Nationale Pakt für Ausbildung ist hier in der Region, von unseren Mitgliedsunternehmen, erfüllt worden. Und das, trotz der Folgen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise“, so Landers. Zugleich wies er auf die Trendwende hin: Es gibt bereits heute nicht mehr so viele junge Menschen, wie Ausbildungsplätze besetzt werden müssen, um den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Diese Entwicklung wird sich aufgrund der demografischen Entwicklung verschärfen. Der Präsident: „Wir müssen deshalb erhebliche Anstrengungen unternehmen, um junge Menschen noch mehr zu ermuntern, sich für Berufe in der Wirtschaft zu interessieren.“
Hier setzt die IHK – gemeinsam mit den Partnern der Regionalen Ausbildungskonferenz für den Niederrhein – auf ein umfassendes Maßnahmenpaket, um Jugendliche für die Wirtschaft zu gewinnen. Speziell dafür bringt die IHK unter anderem als wichtigen Baustein ihre zentrale Ausbildungsmesse ein. Burkard Landers, der beim Auftakt der Veranstaltung an einer Talkrunde mit Schulleitern, Schülern und Vertretern aus der Wirtschaft teilnehmen wird: „Ich freue mich auf die Zusammenkunft der jungen Menschen und der vielen Unternehmen und Institutionen. Und ich hoffe, dass sich auch bei diesem Ereignis erneut viele fruchtbare Gespräche und Kontakte ergeben.“
Gut vorbereitet auf die Aussteller zugehen
Was erwartet die etwa 8 000 jungen Menschen aus weiterführenden Schulen der Region? Schätzungsweise rund 100 Unternehmen und Institutionen werden sich ihnen präsentieren und auf einer Fläche von 5 000 Quadratmetern über Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten informieren. Insbesondere die Branchen Handel, Dienstleistung, Logistik und Industrie sind vertreten.
Ziel der Step 2 ist es auch, eine große Zahl von Ausbildungsberufen vorzustellen. Dr. Wolf-Eberhard Reiff, IHK-Geschäftsführer für den Bereich Bildung und Technologie, zum Hintergrund: „Bei den Jugendlichen sind vielfach nur wenige Berufsbilder bekannt, dazu oft auch nur in Sachen ,Wunschberuf’. Dabei gibt es links und rechts davon interessante Möglichkeiten. Und manchmal ergibt es sich auch, dass die Fähigkeiten doch nicht recht zum Traumberuf passen, es aber auf einem anderen Feld hervorragende Möglichkeiten der Entwicklung gibt. Dafür das Interesse zu wecken, gelingt natürlich besser bei einem Besuch der Messe und am Unternehmens-Messestand als bei der Recherche im Internet.“
Hierzu passt auch ein zusätzliches „Bonbon“ auf der Messe: Die Jugendlichen können über ein neues Tool, das die IHK im Rahmen ihrer Initiative Schule – Wirtschaft anbietet, schnell anhand von interaktiven Aufgaben feststellen, wo ihre beruflichen Interessen liegen. Diese werden dann mit den Mustern berufstypischer Profile abgeglichen. Das Schlüsselwort heißt „Boa“ und steht für „Berufsorientierungsassistentin“. Mit den Ergebnissen in der Hand ist es dann einfach, entsprechende Aussteller aufzusuchen. Für die Lehrstellenanbieter ist dies vorteilhaft, da Nachfrage und Angebot in der Regel besser zusammenpassen.
Neben dem Gespräch vor Ort haben die jungen Besucher deshalb auch die Möglichkeit, bei Vorträgen oder Workshops mehr über verschiedene Ausbildungsberufe und -betriebe zu erfahren. Und es geht in Sachen Perspektive noch einen Schritt weiter: Im Nachmittagsbereich wird der Fokus auf das duale Studium gerichtet. Abiturientinnen und Abiturienten können sich in Vorträgen oder an den Messeständen der Universitäten und Hochschulen der Region über das Duale Studium und die Möglichkeit, die die Betriebe dabei bieten, informieren.
Schlagkräftige Argumente für die Präsenz der Betriebe
Beispiel Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM): Detlef Weiler, Leiter der Erstausbildung bei HKM, wird wieder dabei sein und Jugendliche über Ausbildungsmöglichkeiten informieren. Das Unternehmen bildet in vierzehn verschiedenen Berufen im kaufmännischen und gewerblich-technischen Bereich aus. Ganz neu mit der Universität Duisburg-Essen entwickelt wurde der duale Studiengang „Steel Technology and Metal Forming“, über den sich die Besucher informieren können. „Es handelt sich hier um eine vielseitige, anspruchsvolle und interessante Ausbildung. Diese ist passgenau für Stahlunternehmen und bietet somit hervorragende Karrieremöglichkeiten“, so Weiler.
Erstmals ist die Duisburger Hafen AG Aussteller auf der Step 2. Eva Maria Kipp, Mitarbeiterin in Personalmanagement und Ausbildungsleitung, hat klare Ziele vor Augen: „Die IHK-Ausbildungsmesse ist für uns eine optimale Möglichkeit, besonders viele potenzielle Nachwuchskräfte für unsere Unternehmensgruppe zu erreichen. Wir erhoffen uns viele gute Bewerbungen von Jugendlichen, die sich gezielt und aus eigenem Antrieb mit dem Ausbildungsberuf und unserem Unternehmen beschäftigt haben.“
Um die Zielgruppe besonders gut zu erreichen, plant Eva Maria Kipp folgendes Vorgehen: „Aus unserer Erfahrung kommt es bei den Schülerinnen und Schülern besonders gut an, wenn die Azubis selbst von ihren Erfahrungen im Betrieb und in der Berufsschule erzählen. Daher werden einige unserer Auszubildenden auf dem Stand vertreten sein und aus ihrer Sicht über die Ausbildungsinhalte berichten. Sie können den Interessierten außerdem gute Tipps für eine erfolgreiche Bewerbung geben.“
Außerdem hat der Hafen – sprich Duisport - ein interessantes Ausbildungsangebot, so Kipp: „Im kaufmännischen Bereich bilden wir Industriekaufleute und Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung aus. Ab 2011 bilden wir in einem weiteren kaufmännischen Ausbildungsberuf aus, den wir auf der Step 2 vermarkten werden. Im gewerblich-technischen Bereich bilden wir Fachkräfte für Lagerlogistik aus. Diese Ausbildung richtet sich vor allem an Haupt- und Realschulabsolventen.“
Dass es sich auf jeden Fall für Unternehmen lohnt, auf der IHKAusbildungsmesse Flagge zu zeigen, belegt Tony Montalti, Regionalverkaufsleiter für Aldi Mülheim und damit auch zuständig für Duisburg aufgrund seiner Erfahrungen mit den beiden ersten Step-2-Messen: „Wir hatten großen Zuspruch und konnten tatsächlich einige Auszubildende gewinnen. Wünschenswert wäre, wenn wir noch mehr Auszubildende rekrutieren könnten. Denn wir werden auch jetzt wieder bei Aldi Mülheim zum Ausbildungsbeginn etwa 60 junge Leute einstellen.
Besonderen Wert, so Montalti, werde auf das persönliche Gespräch mit den Jugendlichen gelegt, in dem auch individuelle Fragen geklärt werden können. Praxisnah mit Hilfe einer Kasse werde den Besuchern bereits ein erster Eindruck von den Tätigkeiten in den Filialen vermittelt. Angeboten werden Ausbildungsplätze zum/zur Verkäufer/in und zum/zur Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel. Des Weiteren besteht im Bereich Verwaltung die Möglichkeit einer Ausbildung zum/zur Bürokaufmann/Bürokauffrau. Abiturienten können darüber hinaus eine duale Ausbildung mit berufsbegleitendem Studium absolvieren.
Neue Messestruktur mit Aussteller-Buchten
Was erwartet die Unternehmen und ihre Besucher an Neuigkeiten? Nach Auswertung der letztjährigen Messe haben sich die Rahmenbedingungen für die Aussteller noch weiter verbessert. So wurde das Flächennutzungskonzept weiter modifiziert und für die Unternehmen und Besucher optimiert: Die Messeinformation ist zentral in der Hallenmitte positioniert und nun für alle Teilnehmer aus allen Bereichen gleichermaßen gut zu erreichen. Das verkürzt die Reaktionszeiten auf die Bedürfnisse aller Anfragen.
Die gesamte Halle hat einen zentralen Hauptgang, an dem links und rechts die „Ausstellerbuchten“ liegen. Ähnlich der Struktur eines Yachthafens befinden sich die Aussteller mit ihren Unternehmen im Bildungs-Hafen der Step 2. Jede einzelne Bucht beinhaltet zusätzlich entweder eine „Wissens-Haltestelle“, hier werden für die Besucherrallye Fragen gestellt, oder eine spannende Projektpräsentation, die den Besucherstrom in die „Buchten“ spült.
Neu auch: Das Vortrags- und Workshop-Programm findet in geschlossenen Räumlichkeiten statt, um für alle Teilnehmer eine ruhige und angenehme Atmosphäre zu schaffen. Im Gegensatz dazu wurde die Hauptbühne leicht versetzt und befindet sich nun im Hallenwinkel. Das vergrößert das Auditorium und trennt den Zuhörerraum von den Präsentationsflächen. Die Wirkung: Mehr „Luft“, mehr Funktionalität, mehr Vorteile für alle Beteiligten.
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IHK-Infobox
Aus dem Messe-Programm
---> 8.15 Uhr
Eintreffen der ersten Schülerinnen und Schüler.
--->10.00 Uhr
Eröffnungsveranstaltung: Talkrunde zum Thema „Was erwartet die Wirtschaft von Schulabgängern“ – Diskutieren wird IHKPräsident Burkhard Landers mit Schulleitern, Schülern und Vertretern aus der Wirtschaft.
--->10 bis 17 Uhr
Vorträge und Workshops zum Thema Berufswahl, Besucherrallye, Bewerbungsunterlagen-Check-up, zahlreiche Aktionen rund um die Messestände.
Details zur Messe unter www.step2ausbildungsmesse.de. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit für Unternehmen: Birgit Lux, Niederrheinische IHK, Telefon 0203 2821-442, E-Mail
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. Die Projektleitung der Veranstaltung liegt bei der Komma2Company, die bereits die ersten beiden Messen managte. Sie vermarktet auch die Messemodule.
Quelle: tw Mai 2010, Fotos: Niederrheinische IHK, IStockphoto.com |